Browns wollen Draft-Picks bis zu fünf Jahre im Voraus handelbar machen

Die Cleveland Browns haben beim bevorstehenden NFL Owners Meeting einen Regeländerungsvorschlag eingereicht, der den Trade-Markt für Draft-Picks grundlegend verändern könnte. Konkret beantragen die Browns, dass Teams ihre Draft-Picks künftig bis zu fünf Jahre im Voraus handeln dürfen. Derzeit erlaubt die NFL-Regelung lediglich Trades über einen Zeitraum von drei Jahren.

Das Owners Meeting findet ab dem 29. März in Phoenix statt, wo Vertreter aller 32 Franchises über den Vorschlag abstimmen werden. Für eine Regeländerung ist eine Mehrheit von mindestens 24 der 32 Teams erforderlich.

Das Argument der Browns-Seite ist simpel: Ein erweitertes Handelsfenster würde den Transfermarkt aktiver gestalten und Teams mehr Flexibilität beim Kaderaufbau bieten. Als Vergleichsmaßstab dient die NBA, wo Picks sogar bis zu sieben Jahre in die Zukunft getradet werden dürfen.

Die aktuellen Beschränkungen haben historische Gründe. Die NFL orientierte sich dabei an der sogenannten Stepien Rule der NBA, die nach dem damaligen Cavaliers-Eigentümer Ted Stepien benannt ist. Stepien hatte in den 1980er-Jahren fünf aufeinanderfolgende Erstrundenpicks weggegeben und damit seinen Klub in eine strukturelle Krise getrieben. Solche extremen Fälle von Missmanagement sollen durch Handelsbeschränkungen verhindert werden.

Dass blockbuster Trades bereits im bestehenden Drei-Jahres-Fenster regelmäßig stattfinden, zeigen aktuelle Beispiele. Die Indianapolis Colts gaben in der vergangenen Saison zwei Erstrundenpicks an die New York Jets für Cornerback Sauce Gardner ab. Die Green Bay Packers schickten ebenfalls zwei Erstrundenwahlrechte zu den Dallas Cowboys für Edge Rusher Micah Parsons. Diese Woche wechselte Wide Receiver Jaylen Waddle von den Miami Dolphins zu den Denver Broncos, wobei ein Erstrundenpick des laufenden Drafts Teil des Pakets war.

Von den 32 Erstrundenpicks im diesjährigen Draft wurden bereits sechs getradet, was die anhaltende Beliebtheit solcher Geschäfte unterstreicht.

Parallel dazu haben die Pittsburgh Steelers einen eigenen Vorschlag eingebracht. Sie wollen die im laufenden Jahr testweise eingeführte Regelung, nach der Teams während der Legal Tampering Period bis zu fünf Restricted Free Agents per Video- oder Telefonkonferenz direkt kontaktieren dürfen, dauerhaft verankern. Bislang war in dieser Phase nur die Kommunikation mit den Spieleragenten gestattet.

Beteiligte Teams

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