NFL Free Agency 2026: Dolphins und Cardinals als größte Verlierer der Offseason
Die erste Welle der NFL Free Agency 2026 hat die Liga umgekrempelt. Während einige Franchises gezielt Lücken geschlossen haben, stehen andere Teams nach dem Ende der heißen Phase deutlich schlechter da als zuvor. Allen voran die Miami Dolphins und die Arizona Cardinals.
Die Dolphins befinden sich in einem historischen Ausmaß des Rückbaus. Innerhalb weniger Wochen trennten sie sich von Quarterback Tua Tagovailoa, Wide Receiver Tyreek Hill und Jaylen Waddle - der gesamte offensive Kern der vergangenen Ära ist weg. Hinzu kommt eine Dead-Cap-Belastung, die sich laut Analysten auf 175 bis 183 Millionen Dollar beläuft, was mehr als 60 Prozent des gesamten Salary Caps entspricht. Das ist nach NFL-Angaben der höchste Dead-Cap-Betrag eines einzelnen Teams in einer Saison überhaupt. Tua Tagovailoa allein verursacht einen Cap Hit von annähernd 100 Millionen Dollar.
Miami schloss die Saison 2025 mit einer Bilanz von 7-10 ab und verpasste zum zweiten Mal in Folge die Playoffs. Die Offense rangierte auf Platz 26 in der DVOA-Wertung, die Defense war ebenfalls weit vom Ligadurchschnitt entfernt. Neuer Head Coach Jeff Hafley spricht offen von einem Aufbauplan, der sich bis 2027 erstreckt. Miami hält zwar 11 Draft Picks für 2026, darunter zwei Erstrunden-Auswahlen, aber die laufende Saison wird nach aktuellen Einschätzungen zwischen drei und fünf Siegen enden. Das Offseason-Fazit ist eindeutig: Die Dolphins sind kurzfristig nicht konkurrenzfähig.
Noch schmerzhafter ist die Lage in Arizona. Die Cardinals entließen Kyler Murray nach sieben Jahren, woraufhin der zweifache Pro-Bowler umgehend einen Vertrag bei den Minnesota Vikings unterzeichnete. Damit verlor Arizona seinen Franchise-Quarterback, ohne dafür eine Gegenleistung in Form von Draft Capital zu erhalten. Die Cardinals stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, einen neuen Starter zu finden - sei es über den Draft oder über die Free Agency. Murray hatte in seiner Zeit in Arizona geprägte Hochphasen, zuletzt aber mit Verletzungen und einer zwischenzeitlichen Kontroverse um seine Einsatzbereitschaft gekämpft.
Neben diesen beiden Hauptverlierern gibt es weitere Teams, die sich im Rückblick verschlechtert haben. Die Kansas City Chiefs verloren mit Trent McDuffie ihren All-Pro-Cornerback an die Los Angeles Rams und stehen nun in der Secondary mit erheblichen Fragezeichen da. Die Jacksonville Jaguars verloren sowohl Linebacker Devin Lloyd - der nach einem herausragenden 2025 All-Pro war - als auch Running Back Travis Etienne, ohne adäquaten Ersatz zu verpflichten. Die Philadelphia Eagles wiederum verloren Pass Rusher Jaelan Phillips an die Carolina Panthers, der sie zuvor erst per Trade-Deadline-Deal geholt hatten, und stehen weiterhin in den Gerüchten um einen möglichen A.J.-Brown-Trade.
Das Gesamtbild zeigt: Teams, die zu lange auf teure Veteranenkader gesetzt haben oder Schlüsselspieler ohne Nachfolgeplanung verloren, zahlen jetzt den Preis. Die Dolphins stehen dabei als warnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn eine Franchise mehrere Jahre lang den kurzfristigen Erfolg über nachhaltigen Kaderaufbau stellt. Arizona fehlt schlicht eine Antwort auf die dringlichste Frage im modernen NFL: Wer wirft den Ball?