Analyse

Die Aufsteiger im 2026 NFL Draft: Sieben Prospects, deren Stock steigt

Elf Tage vor dem Draft in Pittsburgh hat ESPN sieben Prospects identifiziert, deren Bewertung in den letzten Wochen deutlich gestiegen ist. Jeff Caldwell, Jermod McCoy und Monroe Freeling führen die Liste an. Die Top-30-Visits verraten, welche Teams konkret zugreifen wollen.

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Mariano Glas

In elf Tagen eröffnet Commissioner Roger Goodell in Pittsburgh den 2026 NFL Draft. Die Phase zwischen Combine, Pro Days und offiziellen Team-Besuchen ist die letzte Gelegenheit für Prospects, ihre Boards-Position zu verbessern. In den vergangenen Tagen haben mehrere Scouting-Quellen neue Einschätzungen veröffentlicht. ESPN-Autor Jeff Legwold nennt nach Gesprächen mit NFL-Executives sieben Spieler, deren Stock seit Saisonbeginn am stärksten gestiegen ist.

Die Namen, über die in Pittsburgh geredet wird

Monroe Freeling, Offensive Tackle aus Georgia, startete die Saison als möglicher Day-2-Pick. Scouts sahen vor allem die Maße (6-foot-7, 315 Pfund). Nach einem Jahr als Stammspieler steht Freeling laut Scouts Inc. auf Rang 14 seiner Gesamtliste und gilt als solider Erstrundenkandidat. Seine Technik gegen SEC-Pass-Rusher hat sich messbar verbessert.

Jeff Caldwell, Wide Receiver aus Cincinnati, hat sich vom Day-3-Kandidaten in die Day-2-Gespräche katapultiert. Bei 6-foot-5 und 216 Pfund lief er in Indianapolis eine 4,31 im 40-Yard-Dash, sprang 42 Zoll hoch und 11'2'' weit. „Du siehst nicht viele Jungs mit dieser Länge, die so laufen“, sagte ein AFC-Director of College Scouting laut ESPN. Die Pittsburgh Steelers haben Caldwell zum offiziellen Visit eingeladen.

Dillon Thieneman, Safety aus Oregon, galt lange als Fringe-Pick am Ende der ersten Runde. Inzwischen gehen mehrere Mock Drafts davon aus, dass er vor Pick 20 vom Board geht. Die Pittsburgh Steelers werden immer wieder mit ihm verknüpft, müssten aber vermutlich hochtauschen.

Max Iheanachor, Offensive Tackle, hat sich aus dem späten Day-2-Bereich in die Gespräche über die erste Runde gearbeitet. SI-Reporter Albert Breer führt ihn in seinem jüngsten Mailbag als möglichen First-Rounder. Iheanachor hatte beim Combine ein formelles Meeting mit den Pittsburgh Steelers.

Ted Hurst aus Georgia State und Eric Gentry, Linebacker der USC, komplettieren die ESPN-Liste neben Running Back Barika Kpeenu aus North Dakota State. Hurst profitiert von starken Pro-Day-Zeiten, Gentry von seiner Länge im Pass-Coverage. Kpeenu ist der klassische Small-School-Aufsteiger, der sich über den Senior Bowl ins Gespräch gebracht hat.

Ein Riser außerhalb der ESPN-Liste bleibt Jermod McCoy, Cornerback aus Tennessee. Nach einem Kreuzbandriss im Sommer 2025 hatte er die gesamte Saison verpasst. Am 31. März lief er beim Tennessee Pro Day eine 4,38 im 40-Yard-Dash, sprang 38 Zoll hoch und 127 Zoll weit. Pro Football Network bezeichnet seine Rückkehr in die erste Runde seither als „Lock“. Vor dem Pro Day führten viele Boards ihn als reinen Day-2-Spieler.

Was Top-30-Visits verraten

Jede Franchise darf bis zum Draft 30 offizielle Besuche in der eigenen Facility durchführen. Diese Visits sind das deutlichste Signal, welche Namen ein Team auf der eigenen Liste ernsthaft diskutiert.

Die Seattle Seahawks haben am Wochenende Josiah Trotter empfangen, Linebacker aus Missouri und Sohn des früheren Pro Bowlers Jeremiah Trotter. Field Gulls ordnet den Besuch als bemerkenswert ein, weil Seattles bisherige Visits fast ausschließlich Edge Rusher, Running Backs und Cornerbacks betrafen. Trotter war als First-Team All-SEC ausgezeichnet worden und gilt als aufsteigender Prospect mit hoher Football-IQ.

Bei den Detroit Lions dreht sich vieles um Clemsons Edge-Rusher T.J. Parker. NFL-Media-Analyst Daniel Jeremiah nannte Parker in einer Conference Call ausdrücklich als Lions-Fit neben Aidan Hutchinson. Die Detroit News widmete Parker in ihrer täglichen Prospect-Serie den jüngsten Eintrag. Mit 6-foot-3 und 260 Pfund ist Parker der Run-Defender und Power-Rusher, den Detroit als Rotation neben Hutchinson sucht.

Rob Staton vom Seahawks Draft Blog meldet zudem Visits mit Nebraska-Running-Back Emmett Johnson und NC-State-Defensive-Tackle Brandon Cleveland. Von den 30 erlaubten offiziellen Besuchen sind rund zwei Drittel bekannt. Die restlichen Namen verraten Teams meist erst nach dem Draft.

Ausblick

In den kommenden elf Tagen finden die letzten Pro Days der kleineren Programme statt. Private Workouts werden nachgeholt. Medical Rechecks in Indianapolis entscheiden über einzelne Erstrunden-Plätze. Wer wie Jermod McCoy aus einer Verletzung zurückkommt, kann in dieser Phase noch um Positionen steigen oder fallen. Wer wie Jeff Caldwell den Combine dominiert hat, muss auf Tape beweisen, dass die Athletik auf dem Feld funktioniert.

Das Spannende an der Riser-Liste ist ihr Timing. Legwold veröffentlicht sie traditionell zehn bis zwölf Tage vor dem Draft, wenn die Boards weitgehend stehen. Vergangenes Jahr führten die beiden Top-Offensive-Liner seiner Liste (Armand Membou, Grey Zabel) zu Picks 7 und 18. Wer also im April 2026 klettert, landet mit einiger Wahrscheinlichkeit deutlich höher in Pittsburgh, als er im September 2025 angesetzt war.

Beteiligte Teams

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