NFL Draft 2026: Pittsburgh macht sich bereit — Mendoza als Konsens-Nummer-eins

Der NFL Draft 2026 startet am Donnerstag in Pittsburgh. Indianas Quarterback Fernando Mendoza gilt als Konsens-Kandidat für die Nummer eins, wird aber nicht vor Ort sein. Die Stadt stellt für das Großevent sogar den Schulbetrieb auf Remote-Learning um. Unser Vorschau-Guide zu Prospects, Teams und deutscher Übertragung.

Am Donnerstagabend Ortszeit rollt in Pittsburgh der große Zirkus an. Die Stadt am Zusammenfluss von Allegheny und Monongahela ist zum ersten Mal Gastgeber des NFL Draft, und sie zieht das Ding groß auf. Schulen der Region wechseln für Donnerstag und Freitag auf Remote-Learning, weil die Innenstadt mit Bühnen, Fan-Zonen und Sicherheitszonen rund um das Acrisure Stadium und die Point State Park Area dichtgemacht wird. Für die Pittsburgh Steelers ist das eine Premiere in der eigenen Stadt, auch wenn die Franchise selbst erst an Position 13 ins Geschehen eingreift.

Der erste Pick gehört den Tennessee Titans. Und so gut wie jedes Mock Draft, das diese Woche noch erschienen ist, schreibt denselben Namen in die erste Zeile. Fernando Mendoza, Quarterback, Indiana. Der 22-Jährige hat sich über zwei Transfers und eine starke Saison in Bloomington zum Konsens-Prospect entwickelt. Arm, Statur, Pocket-Präsenz. Die Diskussion dreht sich nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie hoch. Kicker und The Athletic sehen Mendoza in Las Vegas, NFL.com und CBS in Tennessee. Aber die Titans haben Pick eins, und sie haben ein Quarterback-Problem. Die Mathematik ist simpel.

Mendoza selbst wird den Moment nicht auf der Bühne in Pittsburgh erleben. Der Quarterback hat angekündigt, den Abend mit der Familie zu verbringen. Eine Entscheidung, die in den letzten Jahren mehrere Top-Prospects getroffen haben, und die mittlerweile kaum noch jemanden überrascht. Roger Goodell wird den Namen trotzdem rufen.

Die Top 5 auf einen Blick

Hinter Mendoza wird es eng. An Position zwei steht Alabamas Ty Simpson, der für viele Scouts der interessantere Wurf ist. Simpson hat 2025 in Tuscaloosa die Nachfolge angetreten und gezeigt, dass er die schwierigen Reads trifft. Seine Deep-Ball-Akkuratesse ist das Pfund, mit dem er wuchert. Die Cleveland Browns an Position drei gelten als logischer Abnehmer. Die Browns sind seit Jahren auf der Quarterback-Suche, und ein junger Passer mit Simpsons Profil wäre ein sauberer Reset.

An Position vier warten die New York Giants. Hier wird es spannend, denn die Giants haben Aaron Rodgers im Kader und Russell Wilson als Backup. Einen weiteren Quarterback zu draften wäre die Ansage, dass Rodgers' Zeit in East Rutherford ein Ablaufdatum hat. Wahrscheinlicher ist Edge-Rusher Rueben Bain Jr. aus Miami, der in den letzten Mock-Draft-Updates konstant nach oben geklettert ist. Position fünf, die Jets, könnten die dritte Quarterback-Wahl machen. Garrett Nussmeier aus LSU oder Diego Pavia sind die Namen, die dort herumschwirren.

Die interessantesten Stories im ersten Durchgang

Die drei heißesten Trade-Kandidaten in der Draft-Woche sind nach Berichten der Athletic und NFL.com die Jets, die Saints und die Raiders. Vor allem Las Vegas wird eng verfolgt. Wenn Tennessee Mendoza nimmt, haben die Raiders an Position zwei einen Mangel an erstklassigen Quarterbacks vor sich. Ein Trade-Down in die Mitte der ersten Runde für Zusatzkapital wäre dann die logische Option. Es wird erwartet, dass die diesjährige Runde eine Rekordzahl an Trades sehen könnte.

Interessant wird es auch bei den Wide Receivern. Eine CBS-Bold-Prediction sieht gleich drei Receiver in den ersten zehn Picks, was in einer quarterback-lastigen Klasse für Aufmerksamkeit sorgt. Die üblichen Verdächtigen aus Ohio State und Texas liegen im Rennen. Die Pittsburgh Steelers an Position 13 werden in fast allen Mocks mit einem Offensive Tackle oder einem Cornerback verknüpft. Die Line muss nach einer durchwachsenen Saison 2025 verjüngt werden.

Die letzten Geräusche vor dem Draft

Die Tage vor dem Draft sind traditionell auch die Tage der Transaktionen. Zwei Meldungen stechen heraus. Mike Tomlin, 18 Jahre Head Coach der Steelers, wird nach Berichten als Studio-Analyst zu NBCs Football Night in America wechseln. Ein Wechsel, der in Pittsburgh zusätzlich Emotion in die Draft-Woche bringt. Und bei den Ravens hat sich Defensive Tackle Nnamdi Madubuike einer Nacken-Operation unterzogen. Eine Rückkehr in dieser Saison halten die Ärzte laut ESPN für möglich. Für Baltimores Defensive-Front bedeutet das zumindest keine Totalausfall-Prognose.

Wo deutsche Fans zuschauen

DAZN überträgt den Draft komplett und auf Deutsch. Runde eins startet am Donnerstag um 20:00 Uhr Ortszeit, das ist Freitag, 2:00 Uhr MESZ. Wer die Nacht durchmachen will, bekommt von Icke Dommisch und dem Team eine gewohnt gründliche Einordnung. Runde zwei und drei laufen in der Nacht zu Samstag ab 1:00 Uhr MESZ, die Runden vier bis sieben dann in der Samstagnacht ab 18:00 Uhr MESZ, was für europäische Verhältnisse die einzige familientaugliche Session bleibt.

Was am Ende zählt, ist nicht die Nummer eins. Die Nummer eins ist meistens schon Monate vor dem Draft gesetzt. Spannend sind die Picks zehn bis 25. Dort entscheidet sich, welche Teams in zwei Jahren Playoff-Kontender sind und welche weitere drei Jahre bauen. Die Steelers, die Browns, die Giants. Alle drei haben Löcher, alle drei wollen eigentlich sofort gewinnen. Der Draft in der eigenen Stadt wäre für Pittsburgh der passende Moment, endlich den richtigen Nachfolger für die nach Mason Rudolph drängende Quarterback-Frage zu finden. Ob sie ihn an Position 13 bekommen, ist die eigentliche Frage des Donnerstagabends.

Beteiligte Teams

Erwähnte Spieler

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