18-Spiele-Saison in der NFL rückt näher: So bleibt die Balance
CBS Sports analysiert die bevorstehende 18-Spiele-Regular-Season. Die Liga steuert auf den Ausbau zu, Diskussionen drehen sich um Roster-Größe, zweite Bye-Week und Schutz der Spieler.
Die Erweiterung der Regular Season auf 18 Spiele ist in der NFL kein Tabu mehr, sondern eine Frage des Wann und des Wie. Owner und Liga-Spitze treiben den Ausbau voran, die NFLPA verhandelt parallel über die Bedingungen. Klar ist nur: Das aktuelle Modell mit 17 Spielen wird nicht das letzte Wort gewesen sein.
Was auf dem Tisch liegt
Der aktuelle Vorschlag der Liga sieht einen klaren Tausch vor. Die Preseason schrumpft von drei auf zwei Spiele, dafür kommt ein zusätzlicher regulärer Spieltag hinzu. Begleitend soll die internationale Saison auf 16 Spiele aufgestockt werden, jedes Team würde garantiert einmal pro Saison im Ausland antreten. Unter diesem Szenario würde die Regular Season bis zum 10. Januar laufen, die Wild Card Round folgte am Wochenende des 16. und 17. Januar.
Für die Spielergewerkschaft ist der Plan ohne Gegenleistungen nicht zustimmungsfähig. NFLPA-Chef Lloyd Howell und die Vertretung pochen auf eine zweite Bye-Week, eine spürbare Vergrößerung der aktiven Roster und Practice Squads, einen höheren Anteil an den Liga-Einnahmen sowie Anpassungen im Offseason-Programm. Auch das Thema Spielfeldqualität, Stichwort Naturrasen statt Kunstrasen, gehört zu den zentralen Forderungen.
Die Balance-Frage
Die spannendste Stellschraube ist der Schutz der Stars über eine längere Saison. Ein zusätzlicher Spieltag bedeutet mehr Belastung für Quarterbacks, Running Backs und Pass Rusher, deren Verträge ohnehin in den dreistelligen Millionenbereich klettern. Eine zweite Bye-Week würde nicht nur Erholung bringen, sondern auch das Risiko von Late-Season-Verletzungen senken, die ganze Playoff-Pläne kippen können.
Gleichzeitig hängt an der Erweiterung ein erheblicher Hebel für das Kalendergerüst. Eine längere Regular Season verschiebt Free Agency, Draft und Training Camp, Verhandlungen mit den TV-Partnern müssten neu aufgesetzt werden. Owner Robert Kraft hat öffentlich für das Modell geworben, andere Klub-Eigner zeigen sich abwartender. Eine schnelle Einigung gilt als unwahrscheinlich, frühestens 2027 oder 2028 dürfte die 18. Partie erstmals gespielt werden.
Was es für Deutschland bedeutet
Für den deutschen Markt ist die geplante Aufstockung der internationalen Spiele die eigentliche Nachricht. 16 Auslandspartien pro Saison heißt mehr Slots für München, Berlin oder Frankfurt, wo seit 2022 regelmäßig NFL-Football gespielt wird. Für die deutschen Übertragungen bei RTL und DAZN würde sich das Programm um einen weiteren Spieltag verlängern, der Sonntagabend im deutschen Wohnzimmer würde noch einmal länger.
Sportlich verändert ein zusätzliches Spiel auch die Statistik. Rekorde wie die 5.477 Passing Yards von Peyton Manning oder die 22 Touchdown-Pässe von Dan Marino in einer Saison würden mit einer Partie mehr automatisch unter Druck geraten. Die Liga müsste entscheiden, ob historische Bestmarken weiter gleichberechtigt geführt oder mit einem Sternchen versehen werden, ähnlich wie nach dem Sprung von 14 auf 16 Spiele in den Siebzigern.
Für Fans in Deutschland heißt das vor allem eines: Die Saison wird länger, die Auswahl an Spielen größer, der Druck auf die Übertragungsrechte steigt. Schon jetzt teilen sich RTL, DAZN und Pro Sieben das Paket, ein 18. Spieltag könnte die nächste Verhandlungsrunde merklich verteuern.
Die nächsten formellen Verhandlungsrunden zwischen NFL und NFLPA sollen in den kommenden Monaten beginnen, eine Entscheidung wird nicht vor Ende der Saison 2026 erwartet.