NFL genehmigt Regeländerungen für 2026: Replay-Hilfe für Ersatzrefs und Kickoff-Anpassungen
Die NFL hat beim Annual League Meeting in Phoenix fünf Regeländerungen für die Saison 2026 verabschiedet. Kernpunkt: Ein Notfallsystem erlaubt es dem Officiating Department, eindeutige Fehlentscheidungen von Ersatzschiedsrichtern zu korrigieren - eine direkte Reaktion auf den drohenden Schiedsrichter-Arbeitskampf.
Die NFL hat beim Annual League Meeting in Phoenix insgesamt fünf Regeländerungen, drei Satzungsänderungen und eine Resolution für die Saison 2026 verabschiedet. Im Mittelpunkt steht die drohende Arbeitskampf-Situation mit der NFL Referees Association.
Replay-Hilfe bei Ersatzschiedsrichtern
Die wichtigste Neuerung ist ein auf ein Jahr befristetes Notfallsystem. Sollte es zu einem Arbeitskampf mit den regulären Schiedsrichtern kommen, darf das NFL Officiating Department künftig eindeutige Fehlentscheidungen der Ersatzreferees korrigieren. Die Liga will damit eine Wiederholung der Chaos-Szenen von 2012 verhindern, als Ersatzschiedsrichter unter anderem beim berüchtigten Monday-Night-Spiel zwischen den Green Bay Packers und Seattle Seahawks für einen Skandal sorgten.
Zusätzlich können Liga-Mitarbeiter nun bei potenziellen Disqualifikationen wegen flagranter Fouls die Feldschiedsrichter beraten, ohne aufs Spielfeld gerufen zu werden. Diese Regel hätte in der Saison 2025 bereits Auswirkungen gehabt, als Pittsburgh Steelers-Receiver DK Metcalf nach einer Auseinandersetzung mit einem Fan der Detroit Lions nicht sofort bestraft wurde.
Kickoff-Regeln überarbeitet
Drei der fünf Änderungen betreffen den kickoff. Teams dürfen den onside-kick nun jederzeit ansagen, nicht mehr nur bei Rückstand. Die sogenannte Überraschungs-Variante und das einseitige Überladen der Formation bleiben verboten. Außerdem wurde ein Schlupfloch geschlossen, das es Teams beim Kickoff von der 50-Yard-Linie erlaubte, den Ball absichtlich ins Aus zu treten. Die Dallas Cowboys hatten diesen Trick in der Vorsaison gegen die Kansas City Chiefs genutzt. Die dritte Änderung passt die Aufstellungsregeln für das Receiving-Team in der Setup Zone an, um Kickoff-Returns sicherer und wettbewerbsfähiger zu machen.
Weitere Beschlüsse
Die Satzungsänderungen betreffen organisatorische Abläufe. So wird der Kader-Stichtag flexibler gestaltet, wenn ein International Game in Woche 1 ansteht. Spieler auf der Reserve/PUP-Liste dürfen nach dem zweiten Saisonspiel mit dem Training beginnen. Zudem wurde der Kontakt zu Free Agents während der Verhandlungsperiode per Video- oder Telefonanruf dauerhaft erlaubt.